1

Warum ich mich von Videospielen verabschiedet habe

Ich habe immer gerne an der Konsole oder am Computer gespielt. Letzteres war auch mein erster Bezugspunkt, mal etwas mehr mit dem Rechner anzufangen. Ich habe also dadurch auch profitiert. Spaß macht es mir immer noch … manchmal. Ich werde natürlich nicht komplett mit Videospielen aufhören, aber ich werde in Zukunft mich damit nicht mehr so sehr widmen. Ich mag die aktuelle Entwicklung dort einfach nicht so sehr. 

Photo by Cláudio Luiz Castro on Unsplash

 

Alles fing an, als ich mich per YouTube Kommentar mit Game Two verstritten habe. Eigentlich machen die Leute da echt gute Arbeit und sorgen dafür, dass das Medium Videospiel auch abseits der Hardcore-Gamer ernster genommen wird. Mit Witz und Eloquenz schaffen sie es, dem Medium mehr Tiefgründigkeit zuzusprechen. Videospiele wollen zu Recht als Kunst wahrgenommen werden. So ganz ist das in den öffentlichen Behörden dieser Republik noch nicht angekommen. Deshalb dürfen selbst dem NS-Regime sehr kritische Spiele das Hakenkreuz nicht nutzen. Filme dürfen das.

 

Da sind wir auch schon an dem Punkt angelangt, worauf ich hinaus wollte: Videospiele werden immer mehr zu Filmen. Sowohl vom Aufbau, viel mehr gescriptete Events und Cutscenes, als auch vom Budget. Die Speiel werden teurer, dementsprechend mehr Geld soll damit auch verdient werden. Damit erzählich ich nichts Neues, soll aber auf meine Sichtweise hinleiten: Ich stehe auf die meisten Superheldenfilme nicht und auch auf die meisten neuen Videospiele für den Mainstream nicht wirklich. Die Praxis, alles was einigermaßen läuft mit einer 2, 3 oder noch höheren Zahl wieder neu aufzulegen, weil es sichere Einnahmen garantiert ist legitim, aber nicht meine Welt. Microtransactions finde ich sowieso zum Abgewöhnen.

 

Das ist aber nicht weiter schlimm, weil es gibt auch immer etwas daneben. Es gibt trotz Hollywood auch weiterhin interessante Filme. Parasite hat es letztens von der Nische sogar in den Mainstream geschafft. Bei Spielen kommt so etwas auch häufig vor. Leider habe ich bis heute noch nicht What Remains of Edith Finch (Provisionslink) gespielt. Positive Geschichten gibt es aber immer wieder, egal wie kommerziell ausgerichtet die ganze Industrie mittlerweile sein mag.

 

Da es auch immer einfacher ist, Spiele selbst zu programmieren und auch zu veröffentlichen, machen das viel mehr als früher. Eine positive Entwicklung. Aber: Es gibt mittlerweile so viele neue Spiele und man kann nicht alle spielen. Viele sehr gute Spiele gehen unter. Man hat seine eigene Lieblinge. Deshalb auch der kurze Disput mit Game Two. An sich machen die sehr viel richtig, aber auch sie tun sich schwer mit der enormen Flut an neu erscheinenden Spielen.

 

Ich liebte es Videospiele zu spielen. Als Kind konnte ich damit Stunden verbringen und alles mögliche ausprobieren. Ich habe versucht Bugs zu finden und generell die Grenzen des Spiels ausgetestet. Damals waren Spiele auch teuer und schwieriger zu beschaffen. Heute habe ich innerhalb weniger Klicks wieder eine Handvoll neuer Spiele in meiner virtuellen Bibliothek. Gefällt mir eines nicht auf Anhieb, renne ich sofort zum Nächsten. Spiele müssen daher von Anfang an gefallen und sind auch so designt. Ähnlich wie Spotify den Musikmarkt revolutioniert hat, indem Songs in den ersten Sekunden überzeugen müssen damit man nicht zum nächsten Hit klickt, funktionieren jetzt auch Spiele. Es ist einfach so belastend, wenn etwas was früher für Spaß, Unterhaltung, Wettkmapf und pure Magie stand, plötzlich aber den ganz normalen Gesetzmäßigkeiten der Unterhaltungsindustrie unterstehen muss.

 

Vielleicht war es früher besser. Mittlerweile denke ich aber, dass es sich früher für mich einfach nur besser angefühlt hat. Ab und zu finde ich ein kleines Häpchen Videospiel was mich anspricht und mich für ein paar Stunden sehr gut unterhält. Es ist nicht mehr das Gefühl wie von ganz früher. Mehr so diese Wassertropen-auf-dem-heißen-Stein-Thematik. Das kann aber auch schön sein und mich etwas versöhnen. Das ist nett und ich hoffe, dass es immer noch Menschen gibt die mit diesem Medium so viel Spaß haben wie ich einst und dass Videospiele auch endlich als Kunstform gesellschaftlich anerkannt werden.

 

Ciao Videospiele.

Gherdì

Ich bin Gherdi und berichte hier über mein bewegtes Leben. Außerdem esse ich gerne Pommes.

One Comment

  1. Ich möchte Dir zustimmen. Dazu noch ergänzen, das dieses gescripte in den Spielen furchtbar ist. Sei es in NHL, FIFA oder auch in uncharted. Alles ist vorbestimmt und wird gelenkt. Ich habe da die Lust verloren. Die Zeiten von SNES und die Anfange vom PC, waren noch cool aber mit Beginn der Xbox 360 und PS3 ging es bergab.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.