0

Verschont mich mit euren nachdenklichen Bildern von Kunstausstellungen auf Instagram

Ich habe heute eine neuen Espresso-Kocher bekommen und diesen etwas zu viel ausprobiert. Deshalb bin ich jetzt etwas nervös und rasend. Als Mensch in den mittleren Zwanzigern gehe ich natürlich auch täglich auf Instagram. Ich folge da unter anderem Freunden und diese verhalten sich zunehmend suspekt.


Photo by Samuel Zeller on Unsplash
Photo by Samuel Zeller on Unsplash

Worum geht es? Nun, in letzter Zeit häufen sich Fotos von Menschen die sich bei irgendeiner Kunstausstellung vor ein Kunstwerk platzieren und dabei nachdenklich schauen. Anfangs habe ich das eher bei Personen gesehen, die auch tatsächlich irgendwie in der Richtung Kunst zu Hause sind. Mittlerweile ist das aber inflationär geworden und ich glaube ich habe das sogar selbst schon gemacht. Deshalb nehmt diesen Beitrag auch bitte nicht persönlich.


Ich gönne ja auch wirklich diesen einen Augenblick, indem ihr mit dem betrachteten Kunstwerke eins seid. Oder wenn euch eines der Ausstellungsstücke tatsächlich zum Nachdenken anregt. Ich verstehe auch das Mitteilungsbedürfnis und habe kein Problem damit, wenn ihr zeigen wollt wo ihr überall wart. Alles ganz nett und davon lebt ja auch Instagram.


Aber warum zum Teufel muss das immer so gestellt aussehen? Es wirkt einfach in den meisten Fällen zunehmend unglaubwürdig. Irgendjemand muss ja das Foto gemacht haben und da stelle ich mir immer folgenden Dialog vor:


A: „Mach´bitte mal ein Foto wie ich davor stehe!“

B: „Okay. Du scheinst das Bild von A. Malpiedi echt zu mögen, oder“

A: „Ja geht so. Ist bisher das Beste hier so. Will aber so ein Foto haben, wie [Bekannte/r] letzte Woche gepostet hat.“

B: „Ja habe ich gesehen. Stell dich mal so davor und schaue nachdenklich. So als ob du ein Plan davon hast.“

A: „Haha, ja. Gut so?“


Urkomisch finde ich dann diese Bilder, wenn ich die Leute noch entfernt aus der Schule kenne und diese nicht mal mehr beim Dreisatz nachgedacht haben. Alles für die Show. Ein Leben im Glanze des Fruchtsmoothies.


Über Inszenierung in den sozialen Netzwerken wurde nun schon genug geschrieben und ich will auch nicht diese Nische wiederkäuen. Ich persönlich finde das auch gar nicht mal so schlimm. Nur: Natürlich ist Kunst nicht immer leichte Kost. Instagram ist es aber. (In den meisten Fällen). Deshalb ist es wirklich bekloppt seinen eigenen Intellekt damit zu inszenieren. Es bewirkt das Gegenteil. Ungefähr so, wie wenn es in TV-Castingshows nicht mehr um Inszenierung sondern um Inhalt geht. Verrückt.


Jetzt habe ich diesen Beitrag fertig geschrieben, keinerlei Fazit gefunden und mich beschleicht das Gefühl, hiermit irgendwie ein Eigentor fabriziert zu haben.

Gherdì

Ich bin Gherdi und berichte hier über mein bewegtes Leben. Außerdem esse ich gerne Pommes.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.