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Review: Leto

Vor kurzem war die Weltraumschnecke im Kino und sah sich den Film „Leto“ an. Im Grunde war Sie davon positiv begeistert und möchte anhand Ihres Reviews andere dazu ermuntern, sich ebenfalls diesen Film anzuschauen. Sag „Ja“ zum Kino.

 

 

Leto ist ein russischer Film. Er spielt in Leningrad (heute wohl besser als St. Petersburg bekannt) der 80er Jahre und es geht eigentlich hauptsächlich um russische Rockmusik-Pioniere. Außerdem spielt der Film größtenteils in schwarz/weiß und hat auf irgendwelchen Festivals bestimmt auch irgendwelche Preise gewonnen. Ebenfalls kommt auch noch eine Liebesgeschichte vor. Damit wäre eigentlich auch schon alles gesagt.

 

Das wunderbar angenehme an diesem Film ist, dass er nicht zu sehr ins Detail geht. Das ist sehr erfrischend. Der Film ist weder ein klassischer Musikfilm, noch eine hundertmal gesehene Liebesgeschichte. Kritik am sowjetischen System und der UdSSR kommt natürlich auf, hält sich aber auch in Grenzen und wirkt daher auch nicht so platt und pseudo-kritisch. Die Anspielungen auf Musik und Bands der 60er bis 80er wirken auch hier nicht aufgesetzt. D.h. hier werden nicht Lieder der Stones/Beatles im Minutentakt angespielt, um optimalen Fanservice für die etwas ältere Generation zu liefern.

 

Den Film kann man sich auch prima geben, wenn man von Rockmusik, Liebe und Russland absolut keine Ahnung hat.  Dieser Spagat wurde hier exzellent gemeistert. Die Story des Films handelt hauptäschlich vom kommenden Durchbruch einer Band namens ‚Leto‘. Im Gegensatz zum bekannten Feel-Good Kino ist man sich aber nie wirklich sicher, ob dieser Durchbruch je zustande kommt. Deshalb lasse ich das gerne auch in diesem Review offen. Der Film selbst lebt von seiner etwas anderen Atmosphäre.

 

Natürlich ist es jetzt nicht der subversivste Gedanke des Jahrhunderts, wenn man die Tristesse Leningrads mittels schwarz/weiß versucht abzubilden. Es passt aber. Punkt. Natürlich gibt es aber auch ab und an farbliche Akzente, die dann, nun ja Akzente im Film setzen. Ich glaube ich habe noch nie zuvor einen schwarz/weiß Film im Kino gesehen. Ich brauche das jetzt auch nicht immer zu sehen, aber hier taugt das schon. Deshalb darf man sich davon auch nicht ansatzweiße abschrecken lassen.

 

Kommen wir zum Fazit: Vor einer Woche wollte ich unbedingt mal wieder ins Kino gehen, habe mich aber mit keinem Film anfreunden können. Mit diesem Film konnte ich mich spontan anfreunden. Bevor ich mich jetzt also über den Verfall des deutschen Kinos mit Till Schweiger Filmen echauffiere, gebe ich jetzt einfach Hinweise was man sich echt mal anschauen kann. Und ‚Leto‘ ist da einfach einer dieser Hinweise!

Gherdì

Ich bin Gherdi und berichte hier über mein bewegtes Leben. Außerdem esse ich gerne Pommes.

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