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Review: Bildnis einer Trinkerin (1979)

Ich schaue gerne Filme und manchmal finde ich da etwas skurrilere Streifen. Deshalb möchte ich einen Film reviewen, welcher 30 Jahre alt ist und sowohl in seiner Handlung, als auch in seiner technischen Umsetzung eher experimentell zu verstehen ist. Den Film kann man auch easy bei YouTube schauen, also ein echter Geheimtipp für den etwas seltsameren Filmeabend.

 

Cover von: www.cinepostproduction.com

 

Ich bin zur Zeit auf der Suche nach wirklich guten deutschen Filmen. Nicht nur wegen dem Tatort und romantischen Komödien mit Till Schweiger hat der deutsche Film ja ein eher schlechteren und seichteren Ruf. Deshalb muss man etwas tiefer graben. Im Zeitalter des unbeschränkten Informationszuganges kein Problem und so habe ich eine wahre Perle gefunden.

 

Bildnis in einer Trinkerin ist aus dem Jahr 1979 und von Ulrike Ottinger. Dieser Film ist von Frauen gemacht und handelt ausschließlich über Frauen. Das klingt modern und der einleitende Satz zur Handlung auf Wikipedia hat mich einfach zu neugierig gemacht:

„Eine reiche, elegante Frau (im Film nur: „sie“) geht nach Berlin, um sich dort vollkommen dem Alkohol zu ergeben.“

 

Der erste Eindruck von mir war, dass eine gewisse ästhetische Ähnlichkeit zu dem Film Brazil besteht. Deshalb habe ich auch anderen Menschen versucht mit „deutscher Brazil“ diesen Film schmackhaft zu machen. Das stimmt natürlich nicht ganz, klingt aber schön.

 

Im Kern geht es um die Alkoholkonsum von Frauen. Während es bei Männern als (teilweise) stark, ruhmreich und normal gilt viel Alkohol zu trinken, galt/gilt es bei Frauen als unschick. Damit spielt der Film. Die eine Protagonistin ist sehr schick, reich und angesehen, die andere hingegen dem Obdachlosenmilieu zuzuordnen.

 

 

Wirre Träume und surreale Einstellungen wechseln sich mit stumpfen Saufgelagen ab. Oder entstehen dadurch erst. Oder verursachen das alles erst. Oder versumpfen sich zu einem Moloch des unerträglich schäbigen Westberlins Ende der 70er Jahre. Mir persönlich hat das sehr viel Spaß gemacht. Mehr als erwartet. Das Ende kann wie immer jede_r selbst interpretieren, für mich ist es aber ein Aufruf gegen das regelmäßige und gegen das gesellschaftlich akzeptierte Trinken von Alkohol.

 

Der nächste Film im Review: Star Wars, Episode 9. Dezember 2019.

Gherdì

Ich bin Gherdi und berichte hier über mein bewegtes Leben. Außerdem esse ich gerne Pommes.

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