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Ich mag den Berlin Hauptbahnhof nicht

Es gibt Bauwerke die überzeugen mich und andere machen das überhaupt nicht. Der Berliner Hbf gehört leider dazu. Deshalb nun dieses Pamphlet. Es brodelte schon länger in mir, nun muss es raus. Ich hoffe ihr lest diesen Text im Berliner Nahverkehr. Gott stehe euch bei! 

Photo by Alana Harris on Unsplash

 

Ich bin aus diversen Gründen öfters mit dem Zug in Berlin. Ungern betrete ich den Hauptbahnhof Berlin dabei. Im Folgenden werde ich alle potenziell positiven Gründe zum damaligen Bau des Bahnhofs aufzählen und meine Meinung da gegenüberstellen. Bitte beachtet dabei aber, dass ich kein professioneller Verkehrsplaner bin und meine Begründungen auch nicht all zu ausführlich recherchiert habe.

 

Hauptbahnhof als Shopping-Center und Treffpunkt.

Sowas kommt bei Investoren natürlich immer gut an. Es ist auch nicht verkehrt, dass man an einem Verkehrsknotenpunkt etwas einkaufen kann. Nur: Warum wurde das so schlecht gelöst? Alle Geschäfte sind auf drei Etagen verteilt. Gerade für Erstbesucher_innen kann das sehr verwirrend sein. Sich zu treffen kann hier im Chaos enden. Einheimische gehen hier auch niemals shoppen, da die Preise bahnhofstypisch etwas angezogen sind.

Außerdem: Durch die vielen kleinen Shops, Läden und Filialen der Systemgastronomie verliert der Bahnhof die eigentliche Funktion: Nämlich Bahnhof zu sein. Man braucht nämlich sehr lange, um beispielsweise von der S-Bahn ganz oben bis zu den äußeren ICE-Haltstellen ganz unten auf Gleis 1 oder 2. Man durchfährt hier 3 Etagen mit Rolltreppen. Effizienz sieht anders aus. Ich möchte nicht wissen, wie viele Passagiere hier schon wegen dem umständlichen Layout ihre Verbindung verpasst haben.

 

Architektonisches Vorzeigeobjekt.

Über Geschmack lässt sich streiten. Anfang der 2000er war nunmal viel Glas und kalter Beton im Trend. Mein Fall war es nie. Am Anfang sah es auch noch recht futuristisch aus. Leider ist der Bahnhof aber sehr schnell gealtert und die Architektur mehr so langweilig. Der Bahnhof sucht bis heute noch verzweifelt nach seiner Identität. Es gibt da tatsächlich Architekt_innen, die sowas emphatischer lösen können. Im übrigen wirkt das Flair auch einfach nur kalt, abweisend und trostlos.

 

Neue Umgebung als „Europacity“.

In der Theorie ganz nett und man ist ja so nah am Bundestag. In der echten Welt einfach doch nicht ganz so nett: Verlässt man das Bahnhofsgebäude, landet man mitten im nirgendwo. Man findet eigentlich nur Hotelanlagen. Fußläufig kann man noch das Regierungsviertel erreichen. Alles was aber lebt und aktiv ist, ist meilenweit vom Hauptbahnhof weg. Der Gang in die U/S-Bahn unvermeindlich. Die Lage ist eher dürftig und Europacity ein dicker Euphemismus.

 

Wichtigste Verkehrsknotenpunkt zwischen Ost und West.

Die meisten Bahnverbindungen schmeißen mich bereits Südkreuz aus, wenn ich in den Osten der Stadt möchte. Im Westen bleibt mein bevorzugter Knotenpunkt der traditionsreiche Bahnhof Zoologischer Garten. Bei beiden Bahnhöfen halten ICEs und ich sehe selten eine Notwendigkeit den Hauptbahnhof als Brücke zwischen Ost und West zu benutzen.

 

Es gibt aber auch Menschen, die das anders (Provisionslink) sehen.

Gherdì

Ich bin Gherdi und berichte hier über mein bewegtes Leben. Außerdem esse ich gerne Pommes.

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