0

Craftbier ist der Untergang!

Craftbier war mal das Versprechen auf mehr, ist aber einfach nur noch nervig! Der nächste Trend wo von seiner eigenen, selbst angestoßenen Revolution zerfleischt wird. Craftbier ist die grüne Partei des Getränkeregals.

 

 

Manchmal mache ich Ausflüge zu den sog. Discountern. Im Prinzip ist es mir scheißegal wo ich einkaufe und durch Covid-19 verbrachte ich mehr Zeit als sonst in Süddeutschland: Hallo Aldi Süd! Irgendwo im Regal erspähte ich eine Dose Craftbier. Mit der gleichen dümmlich-kitschigen Aufmachung, wie alle Craftbier Etiketten aufgemacht sind: Irgendjemand durfte sich mit stilisierten Hopfendolden und mehreren Dutzend Schriftarten austoben. Dann noch ein crazy Name verpasst und zack-fertig, Craftbier für das Massenpublikum.

 

Neuerdings nutze ich Untappd. Das ist so eine Art Social Network der Biertrinker. Bitte sucht mich in dieser App nie. Ich mache mich also mal wieder selbst zum Sklaven einer App. Bisher habe ich damit noch Spaß und ich habe auch mittlerweile das Alter verlassen, mich selbst hinterfragen zu müssen. Jedenfalls: Ein Großteil meiner „Freunde“ dort hat sich das eben besagte Craftbier aus dem Discounter einverleibt. Die Rechnung von Aldi Süd ging auf und im Grunde ist es ja auch ganz toll. Nur das Craftbier nun peinlich geworden ist. Jeder trinkt es jetzt und die langweiligen Großbrauereien haben diesen „Trend“ nach fünf Jahren auch endlich entdeckt und mischen da munter mit.

 

Craftbier ist daher so sehr angekommen, dass man schon wieder dagegen sein möchte. Klingt hart, ist aber so. Anfangs als gescheite Alternative zum Industriebier gestartet, kotzt es heute einfach nur noch an. Jede skrupellose Großbrauerei hat nun mehrere Craftbiere im Sortiment. Jeder der ernsthaft mit mir darüber diskutieren will, nervt! Ich weiß, dass im Mainstream-Bier Mikroplastik enthalten ist, dass das deutsche Reinheitsgebot eine Farce ist und gegen manche Extrazutat wie z.B. Muskatnuss oder Wacholder nichts dagegen sprechen würde.

 

Craftbier-Befürworter spielen einfach die langweiligen Oberlehrer. Das färbt auch auf das Craftbier ab und zwar nicht gut. Es spricht nichts dagegen, auch mal für sein Bier etwas mehr zu zahlen, aber für mich bleibt Bier nach wie vor nicht das Geschmackserlebnis schlecht hin. Also nicht falsch verstehen: Mir schmeckt Bier sehr, aber ich muss da jetzt auch nicht von exotischen Aromasequenzen schwärmen und das „Erlebnis“ entdecken. Ich bin da ganz ehrlich: Ich trinke Bier nicht vordergründlich um neue Geschmackserfahrungen zu sammeln. Man trinkt Bier einfach auch manchmal nur, um sich lebendig zu fühlen!

 

Ciao.

Gherdì

Ich bin Gherdi und berichte hier über mein bewegtes Leben. Außerdem esse ich gerne Pommes.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.