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Bahnfahren: Emotionen pur!

Nicht erst seit Gretas Ausflug in einem ICE der deutschen Bahn, verwirrt mich das emotionale Echo über Bahn, Sitzplätze, Verspätungen und persönlichen Erfahrungen. Ich meine, fast jede_r ist schon einmal Bahn gefahren. Es ist so normal wie das Essen einer Pizza. Über Tiefkühlpizzen wird aber nicht so lebhaft diskutiert. Erählungen über die letzte Bahnfahrten bleiben daher paradox. Ein Erklärungsversuch. 

Photo by Markus Winkler on Unsplash

 

Alle Menschen hassen Verspätungen, überfüllte Züge und unbequemes Reisen. Man möchte das vermeiden. Jedoch gibt es auch in diesem Themenkomplex verschiedene Vermeidungsstrategien. Immer wenn verschiedene Welten aufeinander prallen, entstehen Irritationen. Irritationen führen zu Konflikten. Am Ende ist das Internet voll mit Hasskommentaren.

 

Ich möchte darauf nicht weiter eingehen, aber die vehementen Verfechter der „du hättest ja Reservieren können, das kostet nur 3 Mark 50“ und weltbürgerlichen Transportlogistikexperten „in Japan kommt JEDER Zug genau auf die Sekunde an und wenn er trotzdem zu spät kommt, bekommt man eine Milliarde Yen und seinen eigenen Manga, weil das nie passieren kann“ stacheln sich dann gegenseitig hoch. Wenn dann noch Greta ins Spiel kommt, muss noch die/der ein_e oder andere Politiker_in aus der dritten Reihe mitmischen. Das Internet tobt und alle kramen die absolute Horrorstory aus dem Repertoire längst vergangener Bahnfahrten raus.

 

Eigentlich kann ich mir nicht erklären, warum. Nur so ein bisschen. Es geht sicherlich auch hier um Aufmerksamkeit. Das finde ich ein bisschen süß, aber das wäre auch zu einfach. Man muss auch irgendwie seine breite Erfahrung ins Spiel bringen. So als würde ich jetzt sagen, ich besitze seit 17 Jahren die Bahncard 50, habe alles erlebt und weiß genau wie der Hase läuft. Könnte ich natürlich machen, aber das würde auch nerven.

 

Jede_r hat seine eigene Einstellung zum Bahnfahren. Es ist hochpolitisch. Inlandsflug oder Auto? Laufen oder doch die Bahn? Ich habe mich jetzt dazu entschlossen, für immer aus dieser Debatte auszusteigen. Manchmal habe ich echt Pech und stehe im Gang. Manchmal spiele ich aber Spiele am MacBook im Bordbistro mit einem Weizen in der Hand. Mein Bahnfahren ist meine Sache, euer Bahnfahren ist eure Sache! Lasst die Leute einfach in Frieden!

Gherdì

Ich bin Gherdi und berichte hier über mein bewegtes Leben. Außerdem esse ich gerne Pommes.

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