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Review: Der goldene Handschuh

Uff. Uff ist die erste Reaktion welche man bei diesem Film verspürt. Der Film ist irgendwie anders. Die Darstellungen sind irgendwie anders. Abscheulich. Der Film ist eigentlich abscheulich. Der Film ist nicht nur eigentlich abscheulich, er ist abscheulich. Ob sich dieser Film trotzdem lohnt, versuche ich jetzt vorsichtig zu erklären.

 

 

Der Film „Der Goldene Handschuh“ basiert auf einem Roman und thematisiert den Massenmörder Fritz Honka im zwielichtigen Umfeld der Hamburger Reeperbahn der 70er Jahre. Warum man sowas überhaupt thematisieren muss, bleibt eine berechtigte Frage. Zumal alle Mordopfer Frauen waren und aus sexuellen Motiven ermordert wurden.

 

Fritz Honka ist Alkoholiker und trinkt in der Kneipe „Der Goldene Handschuh“ mit Vorliebe Korn. Auch lernt er hier den Großteil seiner Opfer kennen. Der Film macht sich über die verunstalteten und teils verwahrlosten Säufer und die immer wiederkehrenden Alkoholexzesse lustig. Das funktioniert natürlich, weil Alkohol in Deutschalnd sehr beliebt ist. Ich glaube junge Menschen finden das lustig. Selbst im Kino ein Bier trinken und darüber lachen wie gescheiterte Existenzen sich dem Schnaps hingeben.

 

Das kann man jetzt gut oder schlecht finden, tiefgründig macht das den Film aber sicherlich nicht. Die Darstellungen der Morde und Vergewaltigungen sind schon sehr explizit. Jonas Dassler macht hier als Hauptdarsteller eine sehr gute Figur und man bekommt, ob man möchte oder nicht, einen sehr genauen Einblick in die eher eintönige Welt des Massenmörders Fritz Honka. Das Szenenbild und die Atmosphäre eines Hamburgs in den 70ern passt ebenfalls.

 

Der Film ist sicher sehr kurzweilig, aber mich stören genau zwei Sachen an ihm.  Erstens: Genau dreimal kommen im Film kurz zwei ältere Schüler vor (ein Junge, ein Mädchen). Diese haben nichts mit der Geschichte zu tun und treiben auch absolut nichts weiter. Ich habe keine Ahnung was sich Regisseur Fatih Akin dabei dachte, aber Teenager in den Trailer reinzuschneiden, kommt sicher gut bei der jungen und jungbleibenwollenden Zielgruppe an. Zweitens: Die Dartsellungen der Verbrechen sind in meine Augen einfach zu dick aufgetragen. Mit dem Schicksal der Opfer so umzugehen, hat halt immer einen Nachgeschmack.

 

Zum Schluss stelle ich einfach die Frage in den Raum, warum gerade in Deutschland Krimis und Geschichten von Mördern so beleibt sind? Ich kann mir das im groben natürlich selbst einigermaßen vorstellen. Es ist angenehm zu wissen, dass da draußen noch verrücktere Menschen rumlaufen als man selbst. Ich will ja auch niemanden seinen Tatort am Sonntag verbieten. Aber irgendwie langweilt mich dieses ewige Motiv zwischen Verbrechen und Schuld.

Gherdì

Ich bin Gherdi und berichte hier über mein bewegtes Leben. Außerdem esse ich gerne Pommes.

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