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Review: Dendemann da nich für! Tour | Leipzig

Dendemann ist mein Lieblingsrapper. Deshalb freute ich mich auch, einmal einem seiner Konzerte beizuwohnen. Es hat sich auch gelohnt. Jetzt muss ich wieder ein paar Worte tippen, um endlich diesen Beschreibungstext vollzukriegen. Manchmal gibt es so wenig zu sagen und dabei doch so viel. So, ich glaube das war platt genug jetzt, fangen wir mit dem Review an.

 

 

Ich hatte am Anfang Befürchtungen. So befürchtete ich, durch seine Auftritte bei der Böhmermann-Show könnte ein zu sehr auf Events fokussiertes Publikum anwesend sein. Dem war aber zum Glück nicht so. Das war alles normal. Was man eben als normal immer bezeichnet. Es waren Musikfans da.

 

Das tolle an Liveshows von Dendemann ist, dass er sich da im Vorfeld echt Mühe gibt und viele seiner Lieder abwandelt, remixt oder neu samplet. Bisher kannte ich das nur von Youtube und jetzt kenne ich das auch aus nächster Nähe. Da auch viele Lieder aus seinem vorletzten Album “Vom Vintage verweht” gespielt wurden, kam ich sowieso auf meine Kosten. Das neue Album “da nich für!” gefällt mir auch ganz gut.

 

Eiegntlich fühle ich mich gerade ziemlich langweilig und spröde, hier einfach nur zu schreiben ich war da und es war toll. Doch dazu kommt später noch etwas mehr. Jedenfalls hat auch die Lichtshow ein gutes Bild abgegeben. Durch die gerade am Anfang vorkommenden Blau/Grün/Türkis-Farbtöne habe ich mich wie in Atlantis gefühlt: Unter dem Meer und irgendwie geheimnisvoll. Das kann aber auch am dort ausgeschenkten Prosecco gelegen haben.

 

Wie es immer bei Touren so ist, spielen die Künstler gerne ihre neuen Lieder. Daran haben sie die letzten Monate und Jahre gearbeitet und sind auch stolz diese jetzt vor Publikum vortragen zu dürfen. Natürlich wollen sie auch Alben verkaufen. Wobei man heute eher “wollten” sagen sollte. Damit kommen aber viele Konzertbesucher einfach nicht klar. Auf dem Heimweg in der Straßenbahn beschwerte sich jemand über die fehlenden älteren Lieder. “Nichtschwimmer” wurde natürlich gespielt, aber Aufregen kann man sich ja immer. Aber das beschreibt eine Unart, die ich jetzt noch unbedingt diskutieren will.

 

Dendemann ist wie jeder andere Künstler kein Roboter. Nicht nur deshalb hat er in den letzten zwei Alben auch zwei Lieder dazu herausgebracht. “O Robota” und “Menschiene” gehören irgendwie zusammen und wurden auch zusammen in Leipzig performt. Nur weil man einen Eintritt zahlt, ist man nicht bei “Wünsch dir Was”. Man sollte die generelle Entwicklungen von Musikern akzeptieren. Sido wird heute auch nicht mehr anhand seines Arschficksongs bewertet.

 

Ich glaube einfach, dass viele ihre Vorstellungen da haben und diese sollen gefälligst auch geliefert werden. Man besucht nicht nur mehr ein Konzert um eine gute Zeit zu haben, sondern um auch dabei gewesen zu sein. Das ist heute mindestens genau so wichtig und natürlich will man nur dabei gewesen sein, wenn auch die eigenen Lieblingslieder für die eigene Anekdote dabei gewesen sind. Und wenn ich dann diesen Bericht hier schreibe, mache ich mich auch kein bisschen besser, weil ich dann ja auch nur dabei war, um hiermit allen beweisen, dass ich dabei war und wie schön das ganze war. Deshalb überlege ich gerade auch, ob ich je wieder ein Konzertreview verfassen werde. Aber Dendemann in Leipzig war top!

Gherdì

Ich bin Gherdi und berichte hier über mein bewegtes Leben. Außerdem esse ich gerne Pommes.

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